Leute - 24.08.2012 - 00:00

Ziel: Olympisches Diplom

Nach der Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Athen und Beijing startet HSG-Student Richard Stauffacher diesen Sommer in London. Der Windsurfer ist ambitioniert in Sport und Studium.

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19. Juli 2012. Die Olympischen Sommerspiele in London starten am 27. Juli 2012. Mit dabei ist HSG-Student und Windsurfer Richard Stauffacher. Gerade steckt er mitten in den Vorbereitungen für die Regatten. Seit einem Jahr trainiert er für diesen Grossanlass. Im April 2012 qualifizierte er sich für die Spiele bei der letzten Qualifikationsmöglichkeit.

Trennung von Studium und Spitzensport
Während des Studiums nutzte der ambitionierte Sportler immer wieder Pausen, um sich optimal auf Wettkämpfe vorzubereiten. So auch im vergangenen Jahr. «Ich studiere Accounting and Finance. Im Herbst besuchte ich noch ein Blockseminar. Eigentlich sollte ich nun meine Master-Arbeit 'Contingent Convertible Bonds'

schreiben. Jedoch steht momentan das Windsurfen an oberster Stelle», sagt Stauffacher. Im Mai trainierte er einen Monat in England. Nach einer kurzen Regenerationsphase in der Schweiz, bereitete sich Stauffacher nochmals einen Monat auf die Rennen vor.

Er trennt Spitzensport und Studium, um sich jeweils auf eine Sache zu konzentrieren. Und doch sieht er eine Verbindung zwischen Training und Lernen: «Will man im Sport etwas erreichen, muss man ebenso ambitioniert sein, wie wenn man studiert. Hinter beidem steht ein Ziel.» Gerade die Olympischen Spiele sind etwas Besonderes für ihn. So vergleicht Stauffacher diese mit einem Studium, bei dem man am Ende nur eine Prüfung schreibt. «Nach einer langen Vorbereitungszeit habe man bloss einen Versuch, ein gutes Rennen zu fahren oder zu bestehen.»

Zum dritten Mal bei Olympischen Spielen
2004 belegte Stauffacher in Athen den 24. Rang. 2008 in Beijing landete er auf Platz 14. In diesem Jahr, an seiner dritten Teilnahme, freut er sich auf das sensationelle Surfgebiet im südenglischen Weymouth, dem Austragungsort der Olympischen Segelwettkämpfe. Sein ehrgeiziges Ziel: «Ich will im Medal Race mitsurfen und ein Olympisches Diplom mit nach Hause nehmen.» Die Generalprobe im Juni in Weymouth ist ihm geglückt, er beendete die Regatta auf dem 8. Rang.

Nach den Olympischen Spielen wird sich Richard Stauffacher ganz seiner Master-Arbeit widmen. Danach möchte er im Arbeitsleben Fuss fassen. Die Arbeit mit seinem Sport zu verbinden, sieht Stauffacher als schwierig an. Der Sportverband «Swiss Sailing» sei dazu zu klein.

Mit sieben auf dem Surfbrett
Durch die Eltern lernte Richard Stauffacher das Windsurfen kennen und stand bereits mit sieben Jahren auf dem Brett. Mit zwölf Jahren nahm er erstmals an einer Regatta teil. Früher faszinierte ihn die Geschwindigkeit, die man mit dem Surfbrett erreicht. Heute reizen ihn mehr die Herausforderungen in Wettkämpfen. Stauffacher startet in der Klasse «RS:X».

Windsurfen bei den Olympischen Spielen
Windsurfen gehört zum Segeln und ist seit 1984 bei den Männern, seit 1992 bei den Frauen Olympische Disziplin. Dabei nimmt es eine Sonderstellung ein, da alle Surfer mit der exakt gleichen Ausrüstung starten. Die gesurfte Disziplin ist das Racing. Es geht darum, unterschiedliche, festgelegte Kurse so schnell wie möglich zu absolvieren. In England starten 38 Teilnehmer, je einer pro Nation. Die zehn Besten surfen im Medal Race um die Medaillen.

Bild: Juerg Kaufmann / Swiss Sailing Team

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