Leute - 01.02.2023 - 08:00

Berufung: Anna Elsner

Prof. Dr. Anna Elsner ist seit 1. Februar 2023 Assoziierte Professorin für Medical Humanities and French Studies an der Universität St.Gallen.
Prof. Dr. Anna Elsner

Prof. Dr. Anna Elsner absolvierte von 2001 bis 2006 ihr Bachelorstudium in Philosophie und Modern Languages an der University of Oxford und der Ecole Normale Supérieure in Paris. Im Jahr 2006 wechselte sie für ihr Masterstudium in European Literature und Culture an die University of Cambridge, wo sie 2011 auch promovierte. Der Titel ihrer Dissertation lautet «Mourning and Creativity in ‘A la recherche du temps perdu’». Von 2010 bis 2012 war sie Joanna Randall MacIver Junior Research Fellow am St. Hugh’s College der Universität Oxford. Im Jahr 2012 wechselte sie an das King’s College London als Leverhulme Early Career Fellow. Nach Aufenthalten am Institute for Bioethics & Health Humanities an der University of Texas Medical Branch, dem Yale Interdisciplinary Center for Bioethics und dem Hastings Center, wechselte sie 2016 ans Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte der Universität Zürich, ab 2017 finanziert durch ein SNF Marie Heim-Vögtlin Stipendium. Seit 2020 forschte und lehrte Prof. Dr. Anna Elsner an der Universität St.Gallen als Assistenzprofessorin mit Tenure Track für französischsprachige Kulturen und Gesellschaften. 2022 erhielt sie den Marie Heim-Vögtlin Preis.

Prof. Dr. Anna Elsner bezieht sich in ihrer Forschung zu französischen Literatur- und Kulturwissenschaften auf das 20. und 21. Jahrhundert und publizierte u.a. zu Autoren wie Proust, Malraux, Guibert, de Beauvoir, Derrida, Ricoeur, Levinas, Forest, Ogien und Filmemachern wie Lanzmann und Resnais.

Forschungsschwerpunkt im Bereich Medical Humanities

Ihr Forschungsschwerpunkt liegt seit 2014 im Bereich der Medical Humanities mit einem besonderen Fokus auf die Darstellung von Tod und Sterben in Literatur, Philosophie, Photographie und Film. Für ihr Projekt zu Palliative Pages: Inscribing Mortality into French Literature and Theory since 1950 warb sie ein SNF Marie-Heim-Vögtlin Stipendium ein. In diesem Projekt bezog sie sich hauptsächlich auf autobiographische Texte aus Frankreich zum Sterben aus der Perspektive der Geschichte und Philosophie der Medizin. Für ihr Anschlussprojekt warb Prof. Dr. Anna Elsner einen ERC Starting Grant ein. Dieses Projekt wird zeitgenössische frankophone, germanophone und niederländisch-flämische Erzählung von begleitetem Sterben und Selbstmord-Tourismus vergleichen. Hierbei werden ethische und rechtliche Aspekte integriert, die sich aus Spannungen zwischen Autonomie und Gemeinwohl ergeben. Die eingeworbenen Mittel ermöglichen Anna Elsner ein interdisziplinäres Team aus den Rechtswissenschaften, Literaturwissenschaften und Philosophie aufzubauen, um eine Bestandsaufnahme der sich wandelnden Einstellungen zu Tod und Sterben sowie ihrer kulturellen, historischen, rechtlichen und philosophischen Auswirkungen zu untersuchen.

Innovative Lehrformate und Engagement in öffentlichen Debatten

Prof. Dr. Elsners Begeisterung für ihr Fach motiviert ihre Lehre, welche immer versucht zu vermitteln, wie zentral die Auseinandersetzung mit Literatur für ein Verständnis von gesellschaftlichen Herausforderungen ist. Ihre interdisziplinären Lehrformate, welche das Erwerben von grenzüberschreitenden geisteswissenschaftlichen Skills erlauben, schlagen Brücken zu lokalen Institutionen und erlauben den Studierenden direkten Austausch mit renommierten internationalen Forschern und Forscherinnen  Mit ihrer Forschung an gesellschaftlich sehr relevanten Themen engagiert sie sich in öffentlichen Debatten, indem sie beispielsweise mit Kollegen und Kolleginnen der Université de Lausanne und der Universität Zürich das Swiss Network for Ethics of Care gründete.

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