Hintergrund - 07.03.2023 - 13:19 

IGNITE Conference 2023: «Let’s humanize business!»

Welche Eigenschaften hat eine menschenzentrierte Führungsperson? Welche Auswirkungen hat die Unternehmenskultur auf das Mitarbeiterengagement? Diese und weitere spannende Fragen zum Thema menschenzentrierter Führung wurden in Keynote Speeches, Workshops, einem World Café und einer Panel Discussion bei der IGNITE Conference 2023 am 3. und 4. März im SQUARE diskutiert. Von Studentenreporterin Victoria Lorenzen.
Quelle: HSG Newsroom
IGNITE Conference 2023

Mit der diesjährigen Konferenz möchte IGNITE zum Dialog über menschenzentrierte und zielgerichtete Unternehmen anregen, wobei der Schwerpunkt auf dem Engagement und Wohlbefinden der Mitarbeitenden liegt. Die Konferenz thematisierte, wie menschenzentrierte Führung in einer Organisation umgesetzt werden kann, und konzentrierte sich auf die Unternehmenskultur und die Organisationsstruktur von menschenzentrierten Organisationen. Daher stand die diesjährige Konferenz unter dem Motto «Let's humanize business!» und befasste sich mit den drei IGNITE-Kernsäulen inspirierende Führung, Unternehmenskultur und Unternehmensführung. Die jährliche IGNITE Conference fördert den Austausch von Studierenden und CEOs, Gründer:innen, Manager:innen und HSG-Alumni. Dreizehn engagierte Studierende organisierten die diesjährige Konferenz und brachten Referent:innen mit unterschiedlichem Hintergrund an den SQUARE.

Die Konferenz begann am Freitagabend mit einer interaktiven Keynote Speech zum Thema «Organisational Design» von Pascal Dulex, Co-Founder von Transformation Architects und ehemals Culture Coach bei FREITAG. Dulex betonte besonders die Wichtigkeit von Vertrauen in Unternehmen und Teams, weshalb er während seines Vortrags mit den Zuhörenden eine 12-minütige interaktive Übung zum Aufbauen von gegenseitigem Vertrauen durchführte.

Daniela Landherr: «Trust is made of psychological safety and being able to depend on each other»

Am Samstagmorgen startete die IGNITE Konferenz mit einer Keynote Speech von Daniela Landherr zum Thema Vertrauen, psychologischer Sicherheit, der Angst vor Kritik und dem Umgang mit Fehlern in der Unternehmenskultur. Nach Executive Coach Landherr besteht psychologische Sicherheit in Teams darin, über Misserfolge sprechen zu können, ehrliches Feedback ohne Angst zu geben und keine Angst davor haben zu müssen, «dass die Kollegen einem in den Rücken fallen, um weiterzukommen». Landherr hob insbesondere den Unterschied in der von der Führungskraft und dem Team wahrgenommenen psychologischen Sicherheit hervor. Bei Gesprächen mit Führungskräften und ihren Teams stellte Landherr fest, dass die Bewertung der psychologischen Sicherheit und des Vertrauens innerhalb des Teams durch die Führungskraft viel höher ist als die durchschnittliche Bewertung durch das Team. Sie erklärte weiter, dass dies oft daran liegt, dass die Teams ihrer Führungskraft nicht sagen, was im Team nicht gut läuft, was Landherr auch als den «Elefanten im Raum» bezeichnete, und die Führungskraft deshalb glauben lassen, alles sei in Ordnung, weil sie Angst davor haben, was passiert, wenn sie dies ansprechen. Nach Landherrs Keynote folgten die ersten Workshops mit Marie Emanuelsson von IKEA, Volker Schmidt-Sköries von BioKaiser und Dr. Andreas Krafft vom IMP-HSG. Während es in den Workshops mit IKEA und BioKaiser um die Kultur, Transformation und menschenzentrierte Führung innerhalb dieser Unternehmen ging, beleuchtete Dr. Andreas Krafft eine akademische Perspektive auf die Humanisierung der Unternehmenskultur. Auf die interaktiven Workshops in Kleingruppen folgte ein Speed Dating mit den teilnehmenden Unternehmen wie Roche, BioKaiser, LIVEsciences und IKEA, bei dem die Teilnehmenden je sieben Minuten mit den Unternehmensvertreter:innen sprechen konnten und nach Ablauf der Zeit zum nächsten Unternehmensstand weitergingen.

Auf das Speed Dating folgte eine Mittagspause, während der sich die Teilnehmenden sowohl untereinander als auch mit den Redner:innen über das Gelernte austauschen konnten, bevor es mit der Panel Discussion weiterging. Dort diskutierten Dr. Andreas Krafft, Timm Urschinger von LIVESciences und Pascal Dulex von Transformation Architects über das Thema «Personal and Organisational Purpose», welches die Redner auch mit dem japanischen Konzept «Ikigai» (in etwa «Lebensglück») verknüpften. Moderiert wurde die Diskussion von Nicolas Dietiker.

Bedeutungsvolle Arbeit als entscheidender Faktor für das Engagement der Mitarbeitenden

Als nächstes folgte ein Research Spotlight zur Rolle der Sinnhaftigkeit der Arbeit von Führungskräften von Prof. Dr. Petra Kipfelsberger, Assistenzprofessorin für Leadership und Organizational Behavior am IFPM-HSG. Prof. Dr. Kipfelsberger erklärte, dass sinnstiftende Arbeit einer der wichtigsten Faktoren für das Engagement der Mitarbeitenden ist. Darüber hinaus erläuterte sie, dass Führungskräfte manchmal «Sinnkiller» sein können, und hob die Bedeutung der Führung für das Erleben von Sinn in der Arbeit hervor. Dementsprechend entwickelten die Teilnehmenden in einem World Café Ideen dazu, welche Eigenschaften und Merkmale sinnstiftende und menschenzentrierte Führungskräfte und Unternehmenskulturen benötigen. Während des World Cafés versammelten sich die Teilnehmer in Vierergruppen und notierten Merkmale der Unternehmenskultur und Organisationsstruktur ihres Traumunternehmens, die die Gruppen dann den anderen Teams vorstellten.

Zuhören erlernen und Führungskonflikte vorbeugen

Im Anschluss an das World Café gab es weitere Workshops mit Jane Adshead Grant, ProMoveTM und LIVEsciences. Jane Adshead Grant hielt einen virtuellen Workshop darüber ab, wie Führungskräfte ihre Wirkung und ihren Einfluss durch Zuhören steigern können, um ihre Teams bei deren Entwicklung zu unterstützen. Währenddessen behandelte Timm Urschinger von LIVEsciences in seinem Workshop das Thema inspirierende Führung. Urschinger bat die Teilnehmer zunächst, das Konzept der Führung auf einem Whiteboard zu visualisieren. Die verschiedenen visuellen Interpretationen der Gruppen reichten von der Zeichnung einer Gruppe von Menschen, die alle durch eine Führungsperson verbunden sind, welche die Arme um die Gruppe legt, bis hin zur Zeichnung einer Sammlung von Elementen wie einer Glühbirne, die für Orientierung steht, einem Herz, das für Empathie steht, und Flügeln, die für Fürsorge stehen. Darüber hinaus machte Urschinger die Teilnehmenden auch auf Führungskonflikte aufmerksam und gab Ratschläge, wie diese während der Teambesprechungen angegangen werden können, z. B. indem die Mitarbeitenden während der wöchentlichen Teambesprechung ihren Stresspegel auf roten, grünen oder gelben Haftnotizen visualisieren oder eine Lobesrunde durchführen, bei der sier auf Aktionen ihrer Kolleginnen und Kollegen hinweisen können, die sie bewundern.

Die Konferenz endete mit einer Keynote Speech von Roche zum Thema inspirierende Führung, dem dritten Pfeiler von IGNITE, und einer weiteren Gelegenheit zum Networking mit Teilnehmenden und Redner:innen im SQUARE.

Victoria Lorenzen studiert Betriebswirtschaftslehre im sechsten Semester an der Universität St.Gallen.

Bild: Victoria Lorenzen

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