Leute - 17.08.2011 - 00:00 

«Über den Sport öffnen sich Türen»

Unisport-Leiter Leonz Eder ist zum Vizepräsidenten des Weltverbandes für Hochschulsport (FISU) gewählt worden. Seit Jahren trägt er den Namen Universität St.Gallen (HSG) über den Sport in die ganze Welt hinaus.
Quelle: HSG Newsroom

$alt

17. August 2011. Derzeit findet im chinesischen Shenzhen die Sommer-Universiade 2011 statt, die Olympischen Sommerspiele der Universitätssportler. Rund 12'000 Athletinnen und Athleten aus aller Welt sind dabei.

Vor der Eröffnung wurde Leonz Eder an der FISU-Generalversammlung zu einem der vier Vizepräsidenten für die nächste vierjährige Amtszeit gewählt. Eder, der seit acht Jahren als Vorstandsmitglied der FISU amtet, wurde nebst den bisherigen Zhang (China), Bergh (Schweden) und Cabral (Brasilien) als einziger neuer unter neun Kandidaten im ersten Wahlgang gewählt.

An der Spitze des Verbandes steht künftig der Franzose Claude-Louis Gallien. Er löst den Amerikaner George Killian als Präsident ab.

Leonz Eder, was heisst es, Vizepräsident der FISU zu sein, welche Tätigkeiten und Verantwortungen schliesst das ein?

Als Vizepräsident gehöre ich dem achtköpfigen Leitungsgremium der FISU an, welches unter anderem die Vorstandssitzungen vorbereitet und die FISU nach aussen vertritt. Die Kontakte zum IOC und den internationalen Sportverbänden, aber auch zu Organisationen wie UNESCO, WADA und zu den Kontinentalverbänden stehen dabei im Vordergrund. Weil die FISU ihren Sitz von Brüssel nach Lausanne verlegt hat, werde ich vermehrt in den internationalen Beziehungen tätig sein, aber auch weiterhin die Evaluationskommission für die Winteruniversiaden anführen.

Was bringt Ihre Tätigkeit der Universität St.Gallen?

Die HSG hat seit jeher insbesondere in Lehre und Forschung eine international stark beachtete Ausstrahlung und fördert diese gezielt. Über die Sportkanäle öffnen sich für die HSG neue Türen, insbesondere auch deshalb, weil die FISU nebst dem eigentlichen Wettkampfsport auch ein intensives «educational program» führt. Das Motto der FISU lautet «Excellence in body and mind». In Zusammenarbeit mit dem IAD haben sich durch meine Kontakte bereits in der Vergangenheit Synergien ergeben. So betrachtet sehe ich mich auch als Botschafter der HSG.

Nützt Ihre Arbeit für die FISU auch dem HSG-Unisport konkret etwas?

Es gibt nicht so viele direkte Auswirkungen von der globalen Ebene auf die lokale Hochschulsport-Organisation. Der Kontakt mit vielen Hochschulsport-Funktionären aus allen Kontinenten führt jedoch zu einem intensiven Austausch von Ideen, allenfalls Besuchen auch bei uns, die für die Weiterentwicklung des Unisports von Wichtigkeit sind.

Sie sind seit Jahren im internationalen Hochschulsport tätig. Was waren die Höhepunkte?

Bei meiner ersten Universiade 1983 in Edmonton war der Einmarsch mit dem Swiss Team in ein mit 60‘000 Zuschauern gefülltes Stadion ein sehr emotionaler Moment. Jetzt sind es vor allem die Kontakte auf höchster politischer Ebene. Von Premiers wie Wladimir Putin oder Wen Jiabao respektive dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao zu persönlichen Gesprächen über den Hochschulsport empfangen zu werden, ist nicht nur sehr eindrücklich und ehrenvoll, sondern zeigt auch, wie bedeutende Länder insbesondere in Osteuropa und Asian, aber auch in Lateinamerika den Unisport gewichten beziehungsweise ihn für übergeordnete Interessen benutzen. Stets sehr erfreulich und bereichernd sind immer wieder die Kontakte zu den vielen Volunteers, alles junge Studierende.

Noch bis zum 23. August dauert die Universiade in Shenzen. Sind auch HSGler dabei?
Mit Christian Andres und Alain Lauener sind zwei HSG-Radsportler ebenso ins Swiss Team selektioniert worden wie Golfspieler Steven Rojas. Von der Fachhochschule St.Gallen – deren Studierende ebenfalls im Unisport integriert sind – gehören Sandro Viglino (Golf, ex-HSG) und Leichtathlet Andreas Kundert zudem in die Schweizer Delegation. Diese ist mit 93 Sportlerinnen und Sportlern die grösste, je an eine Universiade delegierte Mannschaft.

north