Campus - 25.05.2022 - 00:00

kooky: innovatives Mehrwegsystem für Take-away-Getränke

Seit Mitte April stehen auf dem HSG Campus grüne Boxen des schweizer Startups «kooky». Diese Stationen ermöglichen den abfallfreien Konsum von Take-away-Getränken. Von Studierendenreporterin Adria Pop.

25. Mai 2022. Durch das Einscannen des eigenen Bechers mit der App und dem anschliessenden Entsorgen der Mehrwegbecher in die «kooky Boxen» wird dem App Wallet automatisch das Depot gutgeschrieben. Die Auszahlung auf das eigene Bankkonto ist jederzeit auslösbar. Zusammen mit Partnern wie «Brezelkönig» und der SBB konnte sich das Rückgabesystem schweizweit bereits in Städten wie Basel und Zürich etablieren. Bisher konnten mehr als 1'750 kg Co2 und über 100’000 Einwegbecher eingespart werden.

Nachhaltigkeit & abfallfreier Konsum

Ausschlaggebend für das Projekt, welches von der Studierendeninitiative ChangeHub initiiert wurde, war der verschwenderische Umgang mit Ressourcen für die Produktion und Verwendung von Einwegbechern. Laut Mitgründer Torge Barkholtz gab es vor kooky zwar nachhaltige Alternativen, diese blieben bei Konsumenten aber nur beschränkt erfolgreich. Das Bedürfnis der mobilen Gesellschaft nach Take-away-Produkten unterwegs, sei durch analoge Systeme bisher nicht abgedeckt worden. «Es nimmt nicht jeder seinen Becher von zuhause mit.», erklärt er.

Mehrwegsystem für Take-away-Getränke

Kooky übernimmt das Ausliefern, Einsammeln und Reinigen der Becher. Um dies zu ermöglichen, wird eine Service-Gebühr sowie eine Gebühr für die Auszahlungen des Depots von je zehn Prozent erhoben. Das Unternehmen ist im «micro-margin» und «high-volume» Bereich tätig. Um profitabel zu bleiben, setzt kooky darum auf Digitalisierung, um Vorgänge wie das personalintensive Entleeren der «kooky Boxen», zu optimieren. Aufgrund fehlender Erfahrungswerte auf dem wenig erforschten Markt sind dem Unternehmen talentierte Mitarbeitende und Lerneffekte umso wichtiger. Zwar ist der Markt für derartige Dienstleistungen jung, aber nicht ohne Wettbewerb. Als Unternehmen tritt kooky der Konkurrenz dennoch offen gegenüber. Modelle, die Einwegsysteme vermeiden, sind für den Mitbegründer nämlich unterstützenswert. «Was uns stark macht ist, dass wir eine Rückgabeinfrastruktur anbieten. Wir möchten mit einer inklusiven Technik auch die Rückgabe der Produkte von Mitbewerbern integrieren», so Barkholtz. Demnach sind für kooky Konkurrenten sowohl Kunden als auch Strategiepartner.

Kooky befindet sich in der Ausbauphase

Momentan befindet sich das Unternehmen in der Ausbauphase. Demnächst sollen die Funktionen der eigenen App über das Scannen der Becher hinausgehen. Die Depotbeträge auf der App Wallet sollen für verschiedenste Zwecke einsetzbar werden. So sollen die eigenen Auszahlungen in Zukunft auch für die Bezahlung des nächsten Getränks verwendet werden können. Kooky’s neueste Webapp macht es Verbrauchenden nun leichter, den wiederverwendbaren Becher zu nutzen. Ab sofort muss nur noch der QR-Code auf dem Becher eingescannt und einmalig die Telefonnummer hinterlegt werden. Der Download der App ist erst dann nötig, wenn man sich das Guthaben auszahlen oder weitere App-Features nutzen möchte.

Auf der «NOAH» Konferenz erfolgte auch die Vorführung des Konzepts im «Circle» in Zürich, die erneut Investoren überzeugte. Anders als die Akquise der Partner wie «coop» und «ViCAFE», ist es jedoch hinsichtlich Endkunden komplizierter. Nach Barkholtz fokussiere sich kooky neben dem öffentlichen Bereich auch auf Hochschulen und B2B-Partner. Da das Erklären des Konzepts an einzelne Kunden in Cafés zu zeitaufwendig wäre, ist das Steigern des allgemeinen Bewusstseins in der Bevölkerung eine Herausforderung. Damit das Unternehmen verbessert mit den üblichen Einwegbechern konkurrieren kann, verdichtet es weiterhin das Netz an «kooky Boxen» und arbeitet an attraktiven Designs ihrer Produkte. Zudem sollen neben den Bechern bald auch Bowls rückgabefähig sein. Barkholtz erklärt, dass die grauen Becher bald in verschiedener Aufmachung zu finden sein werden. Kooky ist davon überzeugt, dass Vielfalt zur heutigen Gesellschaft dazugehört. Diese Vielfalt äussert sich sowohl im Design als auch im «Out-of-House»- Marketing ihrer Partner: «Unsere Partner und wichtigsten Verbraucher wollen ihre Marken auf unseren Bechern haben, um ihr Produkt individualisiert anbieten zu können.»

Fortan stehen Stadtzentren in der DACH-Region im Fokus, wobei eine Ausweitung ausserhalb Europas nicht ausgeschlossen ist. Ziel ist es, grosse Städte als Partner zu gewinnen, um kooky als nachhaltige Rückgabeinfrastruktur zu etablieren, damit Verbraucher:innen fortan vermehrt und bequem ihren Beitrag zur Umwelt leisten können.

Adria Pop studiert BWL im 4. Bachelorsemester.

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