Veranstaltungen - 03.05.2017 - 00:00 

«Am wichtigsten ist es zuzuhören»

Zum Auftakt des 47. St. Gallen Symposium thematisierte eine Podiumsdiskussion «Politik in einer disruptiven Welt». Dänemarks Aussenminister Anders Samuelsen, Singapurs Bildungsminister Ong Ye Kung und Bundesrat Johann Schneider-Ammann brachten ihre Ansichten zum Thema ein.
Quelle: HSG Newsroom
ISC Morning Session

4. Mai 2017. «Am wichtigsten ist es zuzuhören», antwortete Anders Samuelsen auf die Frage von Moderator Mehdi Hasan (Al Jazeera), wodurch sich Politikerinnen und Politiker in einer disruptiven Welt besonders auszeichnen sollten: Entscheidungsfreudigkeit, Verantwortungsbewusstsein oder Anpassungsfähigkeit? Samuelsen meinte damit, nicht nur anderen Politikern zuzuhören, sondern vor allem auch Unternehmern, Familienangehörigen oder junge Menschen grundsätzlich. «Menschen, die cleverer sind als wir». In einer disruptiven Welt, einer Welt im Wandel, sei der Austausch von Informationen besonders wichtig, sagte der dänische Aussenminister. Wer heute und in Zukunft als Gesellschaft erfolgreich sein wolle, müsse auch von anderen lernen und einen offenen Geist pflegen.

«Sinn für Humor»

Ong Ye Kung verwies auf den «Sinn für Humor», den Politiker in der Gegenwart gewiss auch bräuchten. Die Welt sei im Wandel und schon immer im Wandel gewesen. «Disruption zerstört Jobs, Disruption schafft Jobs, schon immer.» Ändern werde sich am Fakt, dass sich die Welt permanent verändere, natürlich nichts. Höchstens, dass Wandel in Zukunft mit noch höherer Geschwindigkeit stattfinden werde als heute schon. Das heisst, ein guter Sinn für Humor helfe Politikern, wenn sie Dinge versuchten und bisweilen auch scheiterten – und dafür auch mal ausgelacht würden. Mit Blick auf Singapur sagte Bildungsminister Ong Ye Kung, dass er gerne noch mehr Elemente aus den erfolgreichen dualen Bildungssystemen in Ländern wie der Schweiz, Dänemark und Deutschland einbauen würde. Bildung sei in Asien grundsätzlich sehr wichtig, aber stark akademisch fokussiert.

«Erstklassige Bildung»

Bildung nannte auch der Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann als zentrales Element in einer disruptiven Welt. «Erstklassige Bildung» werde immer ein Schlüsselfaktor sein, um als Land erfolgreich zu sein und auf Veränderungen rasch reagieren zu können. Schon in seinen Begrüssungsworten zur Eröffnung des 47. St. Gallen Symposiums hatte Bundesrat Schneider-Ammann unterstrichen, dass es eminent wichtig sei, via guter Bildung so viele Menschen wie nur möglich in unsere zunehmend digitalisierte Welt zu integrieren. «Leben bedeutet Wandel – und Wandel beginnt im alltäglichen Leben», sagte er. An die Schweizer Wirtschaft gerichtet, forderte Johann Schneider-Ammann dazu auf, in einer sich rasch verändernden Welt heute die unternehmerischen Risiken zu wagen, die Jobs für die Generationen von morgen garantieren.

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